
Lange ist es her, seit wir uns das letzte mal gemeldet haben und ihr fragt euch sicher, was wir eigentlich so treiben...
Wir stehen immer noch voll in der Hauptsaison, das heisst, dass wir pro Woche ca. 3-4 Anlässe haben. Das sind eigentlich ganz unterschiedliche Sachen und Personen. Doch ich versuche mal unser tägliches Leben anhand letzten Woche zu erzählen:
Montag, 08.03.10 : 9.00 Uhr Florian ist bereits seit 30 Min in der Küche am Vorbereiten und ich stehe im 10km entfernten Laden um Frischwaren einzukaufen. Um 10 Uhr kommt ein Betrieb zu uns, 16 Personen von einer Ölfirma. Sie erhalten bei uns Kaffee, Tee und Mineralwasser draussen an der Sonne neben der Feuerstelle. Wir heissen die Gäste willkommen und stellen uns vor. Odd (unser Partner) nimmt die Gruppe mit für verschiedene Aktivitäten (Balance-Übung auf einem Seil, Bigfoot-Ski-Stafette und andere Teambuilding-Aufgaben). Florian und ich bereiten unterdessen das Essen vor. 12 Uhr erhält die Gruppe einen Lunch, Elchsuppe wird serviert. Anschliessend hat die Gruppe ein Seminar, wir füllen jeweils in der Pause die Getränke und den Früchtekorb auf. Dazwischen arbeiten Florian und ich weiter in der Küche, Abendessen wird vorbereitet, die Sachen vom Lunch abgewaschen und neu aufgedeckt. Wir sind gut in der Zeit, deshalb gönnen wir uns eine kurze Pause draussen an der warmen Sonne, essen etwas und jassen ein bisschen (wir bleiben der Schweiz treu!). 16 Uhr, ich gehe nach Hause duschen und entspannen da ich noch auf die Nachtwache muss. Florian macht in der Küche weiter und serviert der Gruppe einen Apero, bevor diese in den Genuss von Sauna und Hot Pot kommen. 20 Uhr gehe ich wieder in die Küche, ich helfe beim Servieren des Abendessen. Die Gäste erhalten ein drei-Gänge-Menue. Nachdem die Vorspeise und Hauptgang serviert wurden, fahre ich los Richtung Altersheim, die Nachtwache dauert von 21.45 bis 7.15 Uhr. Florian serviert das Dessert und den Kaffee alleine, anschliessend räumt er alles auf und wäscht ab.
Dienstag, 09.03.10 : 7.45 Uhr, Florian und ich geniessen einen Kaffee zusammen bevor ich schlafen gehe und er sich mit Odd trifft um die nächsten Anlässe zu planen. Anschliessend erledigt Florian noch div. Sachen, macht Büro und schreibt die nächste Einkaufsliste. Auch sonst gibt es immer Arbeit auf der Farm, Abfallentsorgung, Bestellungen, Reinigung von den Sanitäranlagen usw.
Um 15.30 Uhr stehe ich auf. Gemeinsam füttern wir unsere Hunde und machen uns einen gemütlichen Abend. 21 Uhr ich mache mich wieder auf den Weg zur Arbeit.
Mittwoch, 10.03.10 : Florian hat Norwegisch-Unterricht von 8.00 - 14.00 Uhr. Ich schlafe bis 13.00 Uhr. Gemeinsam machen wir den Einkauf für die nächste Gruppe vom Donnerstag. Nachdem alle Lebensmittel verstaut sind und Florian sich schon alles für den nächsten Tag bereitgelegt hat, machen wir uns Abendessen. Anschliessend toben wir uns beim Sport (Volleyball, Fussball und Unihockey) von 18.00 bis 19.30 aus.
Zu Hause passen wir unseren Zeitplan mit den aktuellsten Informationen für Donnerstag an. Jeder weiss, was er morgen zu tun hat.
Donnerstag, 11.03.10 : Heute haben wir wieder eine Gruppe. Gemeinsam stehen wir um 09 Uhr in der Küche. Florian beginnt mit den Lebensmittel, ich beginne mit Saubermachen. Anschliessend bereiten wir gemeinsam den Teig für "Lapper" vor, das ist eine Art "Pancakes", die zusammen mit Sauerrahm und Konfitüre gegessen wird. Ca. 90 Stück werde ich auf einer grossen "Crèpesplatte" zubereiten. Dazwischen mache ich eine kreation von Florian - Potetkaker. Das sind Crèpes aus Kartoffeln, gefüllt mit Rohschinken, Geissenkäse, Sauerrahm, Zwiebeln und Lauch. Florian bereitet in dieser Zeit alles für das Abendessen vor. Wie immer sind alle Kochplatten in Betrieb und es duftet köstlich...
Um 14 Uhr kommt die Gruppe bei uns an. Es ist eine Ölfirma, 12 Personen aus 5 verschiedenen Nationen. Diese Gruppe wird ebenfalls mit Kaffee/Tee draussen begrüsst. Odd und ich übernehmen für die verschiedenen Aktivitäten, Florian kocht weiter. Zuerst geht es zur Balance-Übung, auch Mohow-Walk genannt. Danach können die Gäste im Hundegarten "Hallo" sagen, bevor sie auf unserer eigenen Rundloipe eine Kostprobe im Hundeschlittenfahren erhalten. Anschliessend erhält die Gruppe eine kreative Aufgabe, die Finanzkrise im Schnee darzustellen!
Ich geselle mich wieder mit in die Küche, decke den Tisch, beginne mit dem Abwaschen und helfe Florian wo ich kann. Die Gruppe geniesst gerade den Hotpot als Florian und ich den Apero im Vorraum der Sauna servieren. Alle wirken entspannt und gut gelaunt.
Um 19.30 kommen die Gäste für das Abendessen rein. Gemeinsam servieren wir die kunstvoll angerichteten Speisen und erhalten viel Lob.
Nach dem Aufräumen, abwaschen und putzen wird es um 23.00 Uhr Feierabend.
Freitag, 12.03.10 : Um 8.00 sitzt Florian im Klassenzimmer vom Norwegisch-Unterricht. Er lernte die Sprache bereits innerhalb den ersten 2 Monaten und redet jetzt schon flüssig Norwegisch. Im Unterricht wird jetzt vor allem auf die kleinen Details Wert gelegt und Florian lernt viel über die Politik, Kultur, Geschichte und Gesellschaft von hier.
Ich bin zu Hause am Aufräumen und bereite das Zimmer für Sonja vor, unsere erste Praktikantin.
Nachdem Florian um 14 Uhr nach Hause kommt, fahren wir nach Stavanger (1,5h einen Weg) für einen Grosseinkauf. Wir brauchen div. Lebensmittel aber auch Putzmittel, Servietten, Kerzen usw. unsere Liste ist lang, doch Florian hat alles genau vorbereitet und wir finden schnell zu den einzelnen Sachen. So bleibt auch für uns ein bisschen Zeit zum Shoppen.
Um 22.30 Uhr sind wir wieder zu Hause. Alles Eingekaufte verstauen, nochmals kurz den nächsten Tag durchgehen und dann schnell schlafen.
Samstag, 13.03.10 : Heute ist viel los. Odd hat eine kleine Familie von 4 Personen zum Hundeschlitten fahren auf der Rundloipe. Wir bereiten den Snack (Lapper und Potetkaker) und die Getränke im Keller vor, im Cheminée brennt Feuer und die Kerzen müssen nur noch angezündet werden. Die Gäste sind ca. 1-2h draussen, bevor sie sich im gemütlichen Keller bei intressanten Geschichten über die Kultur und den guten Leckerbissen aufwärmen können.
Florian und ich haben unterdessen alles für das Abendessen der nächsten Gruppe vorbereitet. Der Tisch ist gedeckt und das Essen soweit bereit. Wir haben kurz Zeit nach Hause zu gehen und ebenfalls etwas kleines zu essen.
Um 14.15 Uhr (mit 45 Min Verspätung) kommt die Gruppe, es ist ein Familientag von einer Ölfirma aus. Insgesamt 34 Personen, die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Wie üblich werden die Gäste an der Feuerstelle mit Kaffee und Tee begrüst. Odd und ich nehmen zusammen mit 2 Helfern die Gruppe mit zum Mohow-Walk, dem Balance-Seil, danach fahren Gross und Klein mit dem Schlitten unser Schlittelhang runter und anschliessend rein in den Hundegarten um die bereits aufgeregten Hunden zu begrüssen. Odd teilt die Gäste in drei Gruppen ein. Die erste Gruppe erhält eine kreative Aufgabe, die im Schnee mit Sachen die die Natur bietet, dargestellt werden muss. Die zweite Gruppe geht mit Odd Schneescooter fahren und die dritte Gruppe ist bei den beiden Helfern und mir beim Hundeschlitten fahren. Alle dürfen/können 1-3 Runden fahren. Zwischendurch werden einzelne Hunde ausgewechselt und neue eingesetzt. Das ist für alle spannend mitanzusehen.
Florian hat unterdessen das Abendessen fertig gekocht, alles von der vorherigen Gruppe weggeräumt und abgewaschen und für die jetztige Gruppe aufgedeckt.
Um ca. 17.30 kommt die Gruppe rein und erhält Abendessen. Alle sind sehr hungrig und freuen sich auf die traditionellen und beliebten "kjøttkaker" (Hackbraten) mit Kartoffelstock. Zum Glück hat mir Florian noch jemand zum Servieren organisiert. Zu zweit geht es bei einer solch grossen Gruppe viel einfacher. Nach dem Dessert und den Geschichten über die Kultur von Sirdal werden die Familien um 19 Uhr wieder abgeholt. Sehr zufrieden winken sie zum Abschied.
Sonntag, 14.03.10 : 9.00 Uhr, Florian und ich essen zusammen Frühstück, danach trennen sich unsere Wege, für den heutigen Tag. Denn um 11 Uhr kommt bereits wieder eine Familie zum Hundeschlittenfahren auf der Rundloipe. Florian steht seit 10 Uhr in der Kueche und bereitet alles vor. Gleich nach der ersten Familie wird eine Gruppe von Kofirmanten Hundeschlittenfahren. Diese sind bereits am Vortag angereist und haben in zwei grossen Zelten bei uns auf dem Hof übernachtet. Florian und Odd managen die beiden Gruppen gekonnt.
Ich räume währenddessen das Frückstück weg, spühle das Geschirr und fahre dann um 10.30 Uhr los an den Flughafen, um unsere erste Praktikantin abzuholen.
15.30 Uhr die Gäste vom Hundeschlittenfahren sind weg und Florian ist gerade fertig geworden mit aufräumen und Küche putzen, als ich mit der Praktikantin eintreffe. Ich führe sie umher und begrüsse mit ihr die Hunde, während Florian uns Abendessen kocht.
Nach dem gemeinsamen Znacht mit Sonja, haben Florian und ich eine Sitzung mit Odd und seiner Frau, die nächste Woche wird geplant. Um 22.30 Uhr sind wir zu Hause, Feierabend!
Ich hoffe ihr konntet einen kleinen Einblick in den Alltag hier auf der Sirdal Huskyfarm gewinnen. Die Hauptsaison dauert bis und mit Ostern, danach wird der Frühling uns ein bisschen mehr ruhe bringen.
Nur das Wetter könnte uns jetzt noch einen kleinen Streich spielen. Seit gestern Abend regnet es nämlich. Wir haben ca. +4°c und der Schnee verschwindet schneller als uns lieb ist. Doch das Wetter kann hier in Sirdal so schnell ändern, deshalb warten wir mal gespannt ab...!
Ganz liebe Grüsse aus Südnorwegen
Eliane und Florian